Die mentale Gesundheit junger Erwachsener – Herausforderung und Chance

Warum gerade junge Erwachsene besonders betroffen sind

Die Lebensphase zwischen etwa 18 und 30 Jahren ist voller Aufbrüche und Unsicherheiten: Ausbildung, Studium, Job, Beziehungen, gesellschaftliche Verantwortung. Diese Übergänge bieten Chancen, aber auch Belastungen.

Studien zeigen, dass junge Menschen nach der Pandemie psychisch besonders stark unter Druck stehen – Isolation, Zukunftsängste und Leistungsdruck haben Spuren hinterlassen. Gleichzeitig fühlen sich viele junge Menschen nicht ausreichend gehört oder ernst genommen.

 

„Es kann doch nicht sein, dass wir betteln müssen, um gehört zu werden.“

— Quentin Gärtner, Bundesschülerkonferenz (deutsches-schulportal.de)

 

Auch die Sozialarbeiter*innen der Kontakt- und Beratungsstelle erleben genau das jeden Tag:

 

„Viele junge Erwachsene sind erleichtert, endlich einen Raum zu finden, in dem ihre Belastung Platz haben darf und sie wirklich gehört werden.“

 

Typische Belastungen und Warnzeichen

Aus diesen Thematiken entstehen häufig Schlafstörungen und Erschöpfung, bis hin zu sozialem Rückzug und Lustlosigkeit. In manchen Fällen kann dies in psychische Erkrankungen wie depressive Verstimmungen und Angstzustände münden, die oft zu Klinikaufenthalten und immensen Belastungen führen.

Diese Symptome sind keine Schwäche, sondern Signale. Je früher sie erkannt und ernst genommen werden, desto besser lässt sich gegensteuern. Und je früher jungen Menschen der Raum gegeben wird, sich Unterstützung zu suchen, desto größer sind die Chancen auf Stabilisierung und Besserung.

„Der Leistungsdruck ist enorm – viele glauben, sie müssten funktionieren, nur weil sie jung und körperlich fit sind.“ (Sozialarbeiter*innen der KBS)

Viele junge Menschen haben das Gefühl, sie müssten in ihren 20ern und 30ern alles erreichen und das Beste aus ihrem „Jungsein“ machen. Sie hören Sprüche wie „Ach, du bist doch noch jung und gesund“ oder „Die 20er sind echt die besten Jahre des Lebens“, während bereits die Bewältigung des Alltags vollkommen überfordernd sein kann. „Jung und fit“ zu sein, bewahrt niemanden vor psychischer Belastung oder Krisen.

 

Warum jetzt handeln

Frühzeitige Hilfe wirkt: Psychische Belastungen müssen nicht chronisch werden. Junge Menschen tragen Zukunft und Wandel, daher ist ihre mentale Gesundheit eine gesellschaftliche Verantwortung. Über psychische Themen zu sprechen, muss selbstverständlich werden – Stigmatisierung hilft niemandem.

 

Die KBS sieht täglich, wie entlastend schon der erste Schritt sein kann:

 

„Schon das Aussprechen der eigenen Gefühle kann eine spürbare Entlastung sein und ein Lernprozess im Umgang mit sich selbst.“ (Sozialarbeiter*innen der KBS)

 

Und auch strukturell gibt es einen Hinweis, den viele junge Menschen brauchen:

 

„Es gibt keine Skala, ab der Hilfe gerechtfertigt ist – jedes Bedürfnis nach Unterstützung ist legitim.“ (Sozialarbeiter*innen der KBS)

Unterstützung für junge Erwachsene: Das Angebot unserer Kontakt- und Beratungsstelle

Unsere Kontakt- und Beratungsstelle (KBS) bietet jungen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren einen geschützten Raum, um über psychische Belastungen, Lebensfragen und persönliche Krisen zu sprechen.

Die KBS bietet außerdem eine offene Gesprächs- und Unterstützungsgruppe speziell für junge Erwachsene an. Viele Teilnehmende erleben dabei:

„In der Gruppe zu merken, dass andere ähnliche Kämpfe haben, nimmt vielen das Gefühl von Alleinsein.“ (Sozialarbeiter*innen der KBS)

Unser Angebot richtet sich an Menschen, die sich in einer schwierigen Lebensphase befinden – etwa durch Einsamkeit, Zukunftsängste, Orientierungslosigkeit oder Überforderung – und sich Begleitung wünschen.

Die KBS bietet eine offene Gesprächs- und Unterstützungsgruppe speziell für junge Erwachsene an. Hier können Teilnehmende sich mit Gleichaltrigen über persönliche Themen austauschen, erhalten professionelle Begleitung durch erfahrene Fachkräfte und finden Raum, um Gefühle, Unsicherheiten und Perspektiven zu besprechen – ohne Bewertung oder Leistungsdruck. Die Teilnahme ist kostenfrei und anonym möglich.

Weitere Informationen gibt´s hier

 

PIM Berlin als Teil des Netzwerks JUNIK Berlin

PIM Berlin ist Partner im Netzwerk JUNIK Berlin – einem Zusammenschluss von Einrichtungen, die junge Menschen in Krisen- und Übergangssituationen begleiten.

JUNIK steht für „jung in Krise“, „jung in Kontakt“ und „unique“ – und für die Haltung, dass jeder Lebensweg individuell ist und Krisen Teil von Entwicklung sein dürfen.

Über JUNIK hat die KBS Zugang zu einem berlinweiten Netzwerk an Beratungsstellen, Peer-Projekten und Freizeitangeboten. Dadurch können junge Erwachsene leichter passende Unterstützung finden und sich in einem offenen, solidarischen Umfeld vernetzen.

 

Ein Aufruf an junge Menschen – und an alle, die sie begleiten

An dich: Ihr seid nicht allein und müsst nicht alles allein meistern. Sich Hilfe zu suchen ist eine Stärke.

An Eltern, Pädagog*innen und Politik: Hört zu, nehmt ernst, schafft Strukturen, in denen mentale Gesundheit selbstverständlich gefördert wird.

Quellen:

https://www.zdfheute.de/panorama/corona-psychische-gesundheit-junge-menschen-studie-100.html

https://deutsches-schulportal.de/schulkultur/es-kann-doch-nicht-sein-dass-wir-betteln-muessen-um-gehoert-zu-werden/

https://junik-berlin.de/